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Spannende Zeiten für Filmer und filmende Fotografen

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Mit Vorstellung der RED Scarlet-X und den Canon C300 Filmkameras gab es in der letzten Woche zwei Paukenschläge für Filmer.

Mit der Vorstellung seiner Kamera RED Scarlet-X nur drei Stunden nach der stolzen C300-Präsentation von Canon in Hollywood hat RED-Gründer Jim Jannard eine Kriegserklärung abgeliefert. Beide Kameras haben gar nicht so viel gemeinsam, aber nicht zuletzt wegen der zeitnahen Vorstellung werden sie natürlich überall verglichen.

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Für mich als Fotograf UND Filmer ist die RED Scarlet-X die erste Wahl und daher habe ich auch eine Kamera bestellt. Im Vergleich zur Canon filmt die RED mit einer Auflösung von 5K (bis 12 Bilder/s) bzw 4K (bis 30 Bilder/s). Das ist für mich wichtig, denn ich glaube in Zukunft kommen Film und Foto immer näher zusammen und als Fotograf möchte ich die Möglichkeit haben aus einem Film ein Standbild in druckbarer Auflösung zu bekommen. Die RED Scarlet (neben Ihrer großen Schwester RED Epic) schafft die 5K oder 4K und dazu noch den Redcode-RAW-Codec, welcher echtes RAW auch beim Filmen bietet. Das ganze ist mit der RED Scarlet-X zu einem Preis möglich, der ebenfalls rekordverdächtig (niedrig) ist. Die Kamera soll sehr bald lieferbar sein (mal abwarten was "lieferbar" bei RED bedeutet).

An der RED lassen sich mit Wechselbajonett PL-Mount- UND Canon-Objektive nutzen - und das mit allen Automatik-Funktionen wie Autofokus, der als Hilfsmittel vor der Aufnahme absolut Sinn macht. Beim vermeintlich günstigen Einstiegspreis von 10.000 $ sollte man beachten, dass mann mit Sucher, Batterien, Speicherkarten (die RED nutzt sehr teure eigene REDMAG Speichermedien - 128GB kosten 1800 $) und ähnlichem Zubehör schnell bei über 16.000 $ Startpreis ist. Die Canon C300 zeichnet übrigens auf handelsüblichen CF-Karten auf. Leider nutzt die RED Scarlet-X nur bei 5K den vollen Chip und ist daher eine Crop-Kamera, bei der sich nicht die volle Tiefen-Unschärfe des 35mm-Chips nutzen lässt.

Ein anderes (Film)Konzept verfolgt Canon mit der C300. Leider kann ich (wie die meisten anderen Menschen) nicht aus eigener Erfahrung schreiben, sondern berufe mich bei meiner Bewertung und Zusammenfassung auf die technischen Daten und die Kommentare und Bewertungen der handvoll Menschen, die bereits mit der C300 arbeiten konnten. Darunter ist natürlich in erster Linie der Fotografen-Kollege Vincent Laforet, der mit den ersten Vorserienmodellen der C300 einen beeindruckenden Film gedreht hat und somit aus eigener Erfahrung berichten kann (hier der Link zum Film und zu seinem Blog).

Ich hoffe die C300 selbst testen zu können, sobald die erste Kamera nach Deutschland kommt. Ich gehe davon aus, dass die Canon einen hervorragend Chip nutzt, der auch eine sehr gute Low-Light-Performance zu haben scheint. Der Chip ist ein croppfreier Super 35mm CMOS Chip, der wahrscheinlich einen besseren Look liefert als die RED's. Allerdings liefert die C300 nur Full-HD aus dem 4K-Chip und das nicht in RAW. "Nur" 4:2:2 Farbtiefe bei einem 8 Bit MPEG-2 50Mbps-Codec/Format. Die Kamera gibt es in zwei Versionen mit PL-Mount oder mit dem Canon-EF-Bajonett, kein Wechselbajonett - enttäuschend. Die Canon ist wahrscheinlich die bessere Wahl für reine Filmer, aber als filmender Fotograf bietet sie nicht genug um die DSLR (5D Mk II etc.) in die Ecke zu stellen - vor allem bei dem recht hoch angelegten Preis von wahrscheinlich knapp 20.000 $

Unbegreiflich ist für mich auch, dass Canon auf jegliche Automatik (Autofokus, Images Stabilizer, etc.) verzichtet und damit den Fotografen/Filmern die Möglichkeit nimmt selbst zu entscheiden, ob sie voll manuell oder mit Hilfsmitteln der Automatik arbeiten wollen. Der Preis erscheint mir nicht marktgerechet zu sein.

Viel spannender dürfte für filmende Fotografen die Randnotiz der Canon-Präsentation in Hollywood sein. Innerhalb von zwölf Monaten will Canon eine neue Kamera auf den Markt bringen, auf Basis der neuen Fotokamera Canon 1 DX.

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Diese Kamera dürfte hochinteressant werden und könnte zu einem RED Scarlet-X-Killer werden. Sie soll 4K-Auflösung mit einem Motion-JPEG-Codec bieten (Hallo NIKON, Motion-Jpeg - das habt Ihr in die Nikon D3S eingebaut, aber es damals -2009- nur auf HD-Auflösung gebracht). Zwar kein RAW, aber auf Basis der bekannt zuverlässigen Canon-Fotokameras eine Filmkamera auf den Markt zu bringen ist ein super Schachzug. Damit wird Foto und Film im Hause Canon noch ein ganzes Stück näher zusammenrücken und ein adäquater Nachfolger der legendären 5D MkII wird aus der Taufe gehoben.

Ich bin gespannt wie schnell Canon diese neue Foto/Film-Kamera an den Markt bringen kann. Ich vermute, dass es im Zweifelsfall ganz schnell gehen kann und man bei Canon auch ein wenig abwartend auf Nikon schaut. Alle Nikon-Fotografen warten sehnsüchtigst auf eine filmfähige Kamera, die eine vernünftige Auflösung und ein ordentliches Handling bietet, aber bei Nikon ist leider offiziell absolute Funkstille. Hinter vorgehaltener Hand war von einem großen Wurf die Rede, aber das war vor der letzten Woche, also bevor Canon und RED ihre Paukenschläge abgegeben haben. Nun ist Nikon an der Reihe mindestens nachzulegen!

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 13. November 2011 um 23:55 Uhr  
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